Fragetypen für Mitarbeiterbeurteilungen

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Fragetypen für Mitarbeiterbeurteilungen

+ Offene Fragen

Offene Fragen haben einen explorativen Charakter und sollten daher möglichst neutral formuliert sein, um die Beantwortung der Frage nicht zu beeinflussen, und eventuell eine vorteilhafte Richtung im Subtext anzudeuten.

Die Fragen beginnen sehr häufig mit bekannten W-Frageadverbien oder Pronomen wie: was, welches, warum, etc…

Offene Fragen werden häufig eingesetzt um qualitative Daten, zu noch unbekannten Themenfeldern zu erfassen. Sie sind auch gut geeignet um kritisch nachzufragen. Sie werden für gewöhnlich mit einem Freitextfeld kombiniert. Die Länge der Antworten kann entweder begrenzt werden (Auf Papier) oder, wenn gewollt, unbegrenzt ausfallen. Die Antworten können nur sehr schwer systematisch ausgewertet werden. Sind Sie an einer umfänglichen Analyse der Antworten interessiert, müssen Sie daher Zeit einplanen. Sehr sinnvoll sind offene Fragen in kleinen Teams um Fragen mit hoher Wichtigkeit zu erörtern bspw. wenn ein Teamlead, seine Leadershipkompetenz stärken will und er sein Team mit einer offenen Frage um Anregungen bittet.

In der Erstellung sparen Sie hingegen Zeit, da Antwortmöglichkeiten wegfallen. Sie sind jedoch auf das Wohlwollen der Befragten angewiesen. Ist der Mitarbeiter nicht an einer Kooperation interessiert, oder hat bspw. Probleme sich schriftlich zu artikulieren, dann ist diese Frage wert- und erkenntnislos.

Insgesamt ist die Qualität von offenen Fragen fast immer qualitativ höherwertig, als bei anderen Fragetypen.

+ Geschlossene Fragen

Das Gegenstück zu Offenen Fragen sind die Geschlossenen Fragtypen, die meistens auf eine Ja/Nein Antwort abzielen, aber auch mit einer definierten Skala, oder Multiple Choice Anwortoptionen beantwortet werden können. Sie bilden die absolute Mehrheit in Fragebögen.

Geschlossene Fragen sind schneller da einfacher zu beantworten. Allerdings liegt hier auch genau ein mögliches Problem. Die Qualität der Antworten kann stark schwanken, sofern ein Befragter willkürlich antwortet.

Die gewonnenen Daten sind leicht auswertbar, da das Spektrum der möglichen Antworten stark eingeschränkt ist.

+ Multiple-Choice-Fragen

Durch vorgegebene Antwortmöglichkeiten erleichtern Sie den Befragten die Beantwortung enorm und verkürzen die Dauer der Beantwortung des Fragebogens, wofür Ihre Mitarbeiter Ihnen dankbar sind. Für die meisten Fragen formulieren Sie bereits bei der Erstellung eine ungefähre Antwort mit. Hier sind Multiple-Choice-fragen der beste Fragetyp.

Unter allen Fragetypen sind Multiple-Choice-Fragen die für die Befragten zugänglichsten, da sie ihnen einen Kontext für die Beantwortung mitgeben. Sie erhalten valide, genau definierte Antworten, die Sie einfach analysieren und in Bezug setzen können. Die Benutzerfreundlichkeit des Aufbaus beschert Ihnen hohe Rücklaufquoten. Multiple-Choice-Fragen sind zudem sehr mobilefreundlich, da sie fast ausschließlich über Klicken beantwortet werden, anstatt mühsame Antworten eintippen zu müssen.

Durch die vorgegebenen Antworten sind Ihre Optionen zwar begrenzt, dafür haben Sie zahlreiche Möglichkeiten das Multiple-Choice-Frageformat zu interpretieren. Sie können bspw. ein Freitextfeld anhängen, dass dem Befragten die Möglichkeit gibt, falls keine vorgegebene Antwortoption zutrifft, seine Meinung zu artikulieren. Oder Sie verwenden eine Skala, die es den Befragten durch die grafische Darstellung erleichtert eine Antwort zu geben.

Sie können Multiple-Choice-Fragen auf viele verschiedene Arten stellen

Antwortoptionen

Die zentrale Frage für den Aufbau einer Multiple-Choice-Frage besteht darin, ob der Befragte eine oder mehrere Antworten geben soll. Fragen mit nur einer Antwortmöglichkeit, kann der Befragte ausschließlich zustimmen oder ablehnen. Wenn Sie sich für den Einsatz einer Skala entscheiden kann die Antwort nur einen einzelnen Wert abbilden. Sie erhalten eine klare Antwort.

Mehrere Antwortoptionen erlauben eine differenzierte Beantwortung der Frage und geben Ihnen tiefere Einblicke, erhöhen jedoch auch den zeitlichen Aufwand bei der Auswertung, da Sie eine Vielzahl an Daten erhalten. Sie sollten zudem auch eine Instruktion mitgeben, ob mehrere Antworten gegeben werden müssen, oder ob es optional ist. Eine Möglichkeit wie Sie sanft Druck ausüben ist, den Teilnehmer der Befragung zu bitten, die Antwort auszufüllen, aber trotzdem die Option, eine Antwort abzulehnen, offen zu lassen.

Eine Möglichkeit der Darstellung ist die Beantwortung der Fragen durch das setzen eines Hakens/Checkbox.

Sonstiges / Freitextfeld

Wie oben angerissen, kann es eine Alternative sein, am Ende einer Frage, ein Freitextfeld einzufügen. Multiple-Choice-Fragen haben immer den Effekt, dass die vorgegebenen Fragen, auch wenn Sie noch so gut recherchiert wurden, nicht immer alle Möglichkeiten der Beantwortung abbilden. Ihre Angestellten kommen u.U. auf Antworten, die Ihnen nicht eingefallen sind und entscheiden sich dann für Optionen aus der Liste, die jedoch nicht ihre wahre Meinung wiedergeben. Dieses Problem kann die Ergebnisse Ihrer Befragung massiv verzerren.

Genau wie die Option mehrere Antworten zu vergeben, ist ein Kommentarfeld mit mehr Aufwand in der Auswertung verbunden. Je nach Unternehmens- oder Abteilungsgröße kann dies ausarten. Es ist daher wichtig, dass Sie offene Anwortmöglichkeiten begrenzen und nur bei geeigneten Themenfeldern und Fragestellungen einsetzen.

Skala

Eine Frage über die Einordnung auf einer Skala zu beantworten, kann sehr sinvoll sein. Die optische Darstellung in Form der Skala kann den Teilnehmer unterstützen, seine Meinung differenzierter wiederzugeben, als es mit “normalen” Anwortoptionen möglich ist. Der Fantasie ist dabei keine Grenzen gesetzt. Sie können beliebige Werte verwenden. Es ist allerdings sehr wichtig, den Aufbau und die Beziehung zwischen den Zahlen und den dargestellten Werten der Skala klar zu erläutern. Bedeutet eine Antwort mit 2 auf einer Skala von 1-10, gut oder schlecht?

Wichtig zu bedenken ist auch die generelle Tendenz zu einer neutralen Antwort. Ein “Vielleicht” als Anwort hilft Ihnen jedoch aller Voraussicht nach nicht weiter. Sie können Ihre Skalen weiter ausdifferenzieren und darauf setzen, dass ein breiteres Beurteilungsspektrum eher zu eindeutigeren Antworten veranlasst. Oder Sie konzipieren Ihre Skalen ohne Mitte bspw. 1-4 oder 1-6. So müssen sich die Befragten zumindestens zu einer “eher negativen” oder einer “eher positive” Antwort bekennen, was Ihnen verwertbarere Erkenntnisse liefert. Ein Problem, wenn Sie widerrum die Mitte aus den Skalen entfernen entsteht, falls wirklich eine Person eine neutrale Position vertreten möchte. Hier müssen Sie abwägen, was für Sie die besseren Ergebnisse liefert.

Die Likert Skala

Die bekannteste Form ist die Likert-Skala. Es werden graduelle Antwortoptionen vorgegeben. Ein Thema (Merkmal) wird mit einer klar formulierten Aussage beschrieben (Item) “Die Führungsqualitäten meines direkten Vorgesetzten empfinde ich als gut” Die Bewertung (Merkmalsausprägung) wird mit Hilfe eines Wertes vorgenommen. In dem Beispiel sind Abstufungen wie “Stimme ich voll zu” bis “Stimme ich gar nicht zu” an je einem Ende der Skala zu finden. Likert-Skalen bewegen sich häufig zwischen 5-11 Auswahlmöglichkeiten. Die ausdifferenzierten Optionen um eine Frage zu beantworten machen Likert-Skalen attraktiv, um tiefergehende Fragen oder Fragestellungen, die auf die persönliche Befragung der Teilnehmer abzielen, zu beantworten. Es ist möglich eine nuancierte Antwort in kurzer Zeit zu erhalten und diese auszuwerten.

Matrix

Bei Matrixfragen werden viele Fragen mit ähnlichen/gleichen Antwortkategorien in einer Tabelle dargestellt. Sie können auf diese Weise sehr viele Informationen mit nur einem Frageaufbau generieren. Es ist jedoch absolut wichtig, die Anzahl der Fragen zu begrenzen. Der redundante Aufbau der Fragen führt schnell zu Ermüdungserscheinungen der Teilnehmer. Die Fragen sollten zudem sehr klar verständlich formuliert sein. Die grafische Darstellung der Matrixfragen kann mit zunehmendem Inhalt ausufern. Ein mobile Beantwortung kann mit zu großen/zu kleinen Ausschnitten sehr anstrengend sein. Evaluieren Sie genau, ob Sie eine Matrixfrage benötigen, oder Sie nicht auch mit einem anderen Fragetyp zum gewünschten Ergebnis gelangen können.

Dropdown-Menü

Wenn Ihre Frage viele Anwortoptionen beinhaltet, kann es sinnvoll sein, die Anworten in einem ausklappbaren Menü zu präsentieren. Sie sparen Platz und ertränken den Befragten nicht in ausufernden Informationen. Ihre Antworten sollten jedoch möglichst kurz sein. Stellen Sie sich 20 +x Antworten mit Kontext vor, zwischen denen Sie auswählen sollen. Naheliegender ist bspw. die Unternehmenszugehörigkeit in Jahren etc… Es kann ein Problem für manche Teilnehmer darstellen, wenn Sie nicht alle Antwortmöglichkeiten einsehen können. Von daher gilt genau wie bei Matrixfragen: Überlegen Sie sich genau, wann sie eine Dropdown-Frage verwenden.

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