Digitalisierung

Published 
25
.
02
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2021
14. Min.
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Digitale Transformation wird gerne mit weiteren Schlüsselwörtern wie “Prozess”, “Effekt”, “Strategie” oder “Technologie” kombiniert, sodass die Frage “Was genau ist dieser digitale Wandel von dem alle reden eigentlich genau?” absolut berechtigt ist.

Digitaler Wandel. Was ist das eigentlich?

 

Die Begriffe “Digitaler Wandel” oder “Digitale Transformation” sind in der medialen Berichterstattung allgegenwärtig, sodass Sie auf dem Weg sind zu Phrasen zu verkommen. Sie dürften mittlerweile über fast jedem Unternehmen schweben. Sie kommen einer Bedrohung gleich, in Unterhaltungen oft versehen mit Bemerkungen wie: “Haben wir auf der Agenda”, “Da sind wir dran”, oder “Das Thema haben wir ewig vor uns her geschoben, jetzt aber…” Selten wird Digitaler Wandel ausdifferenziert, sodass klar wird, um was es sich dabei eigentlich handelt.

Verlässt man das Scheinwerferlicht der im DAX notierten Vorzeigeunternehmen, mit riesigen Budgets für digitale Infrastrukturprojekte, in denen das Wort Inkubator zum Alltag gehört und Chief Transformation Officers (CTO’s) Strategien für den Wandel erarbeiten, wird die Suche nach Antworten schnellnebulöser. Durch das von Corona geprägte Jahr 2020, wurde die Digitalisierung zudem zum Synonym für Videokonferenzen… Und selbst wenn sie auf konkretereVorstellungen stoßen was sich hinter dem Begriff verbergen könnte, dann tauchen gleich noch mehr Fragen auf, die mehr Fragezeichen hinterlassen als Antworten. Wie digitalisiert man eigentlich ein Unternehmen in einem Land, dass so beschämend weit von einem flächendeckenden Glasfasernetz entfernt ist, 5G aus einer anderen Galaxie zu kommen scheint und, und, und…

Es ist Zeit Licht ins Dunkel zu bringen.

Fangen wir mit der Begriffsklärung an

 

“Unter digitaler Transformation oder digitalem Wandel versteht man den fortlaufenden, technologie- gestützten Veränderungsprozess der Gesellschaft. Die größten Umwälzungen vollziehen sich dabei in den Geschäftsmodellen der Wirtschaft.”

 “Beider digitalen Transformation geht es darum, zu erkennen, dass sich die Erwartungen der Kunden geändert haben und Unternehmen ihre Bedürfnisse auf neue Weise erfüllen müssen: schneller und über andere Tools. Kunden sind es mittlerweile gewohnt, alles, was sie wollen, überall zu bekommen, und das in kürzester Zeit.”

Software hat Hardware verdrängt und ist zum maßgeblichen Treiber der Wertschöfungskette geworden.”

Soweit so gut. Die Veränderungen sind allgegenwärtig. Neue Technologien wie das Streaming verändern die Musikbranche und das Verhalten Ihrer Konsumenten. Mit bspw. Spotify können Sie von überall auf der Welt auf Milliarden Lieder zugreifen. Neue Businessmodelle wie Airbnb verbinden mit ihrer Plattform Anbieter von Ferienwohnungen/Häusern mitUrlaubern und Geschäftsreisenden, die nicht in Hotels übernachten möchten. Die Entwicklung ist rasant. Zum Vergleich: Mit einem Bruchteil derTechnik Ihres Smartphones konnte Neil Armstrong auf dem Mond landen…

Bis zum ersten Lockdown war es durchaus möglich, ohne die bestehende Infrastruktur infrage zu stellen, erfolgreich ein Unternehmen zu leiten. Aus einer Anfrage des FDP-Abgeordneten Andrew Ullmann an das Bundesinnenministerium im Oktober 2020 ging hervor, dass die deutsche Bundesregierung immer noch 900 Faxgeräte im täglichen Einsatz hat…! Nicht, oder kaum digitalisierte Unternehmen sind also bei weitem nicht alleine.

Und dann erwischte das Coronavirus die Welt auf dem falschen Fuß. Der erste Lockdown im März 2020 zwang uns zum Stillstand. Von heute auf morgen musste eine digitale Infrastruktur beschafft und installiert werden, sofern nicht vorhanden (was auf die wenigsten Unternehmen zutraf), um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Arbeitnehmer verabschiedeten sich ins Home Office. Videokonferenzen sind seitdem auch der fortschrittfeindlichsten Führungskraft bestens vertraut. Zoom, Microsoft Teams, Slack sind allgegenwärtig. Die entsprechenden Aktien schossen in die Höhe. Ohne die bereits seit Jahren existierendenTechnologien, hätte unsere Wirtschaft aufgeben können. Der Fokus der ersten Welle lag auf der behelfsmäßigen Grundinstandhaltung der Arbeitsfähigkeit derUnternehmen.

Jeder Verantwortliche wird sehr wahrscheinlich zu viele Artikel wie “Die 10 besten Videokonferenztools” gelesen haben. Zum ersten Maletablierte sich der Begriff “Digitalisierung” in der breiten Masse. Unternehmen, die bis datoVeränderungen kategorisch ausgeschlossen hatten, wurden sensibilisiert. Alle Prognosen für den Herbst/ Winter deuteten frühzeitig auf eine zweite Welle und einen eventuellen erneuten Lockdown hin. In vielen Unternehmen wurde die Arbeit auf altbekannte Weise wieder aufgenommen. Von den Firmen die sensibilisiert und entschlossen waren ihre Unternehmen langfristig zu verändern und an die Zukunft anzupassen, baute sich allerdings eine überlebensgroße Mauer auf. Wo und wie fangen wir an unser Unternehmen zu digitalisieren? Eine Frage die auch vor der. Corona-Epidemie immer wieder gestellt wurde, auf die aber wenige eine dezidierte Antwort hatten.

Risiken und Chancen

Bevor wir uns mit den Antworten beschäftigen, müssen wir fünf unangenehme Begleiterscheinungen der Digitalisierung ansprechen:  

 1.         Der digitale Wandel ist mit Kostenverbunden. Um so mehr, wenn Sie bei null starten. Diese Kosten sind unumgänglich, führen im Umkehrschluss jedoch zu einer Steigerung Ihrer Wertschöpfungskette und sichern Ihre zukünftige Wettbewerbsfähigkeit

 

2.         Digitalisierung kann den unmittelbarenWegfall von Arbeitsplätzen bedeuten. Algorithmen übernehmen manuelle und kognitive Aufgabenbereiche, die bisher von Menschen erledigt wurden. Es wird jedoch Zeit frei, die Raum für andere Bereiche schafft und für neue Jobs verwendet werden kann

 

3.         Sie benötigen eine digitale Strategie.Die Implementierung einer neuen Denk- und Arbeitsweise ist mit enormem Aufwand verbunden. Kommunikation verändert sich ebenso, wie die Kollaboration. Sie müssen Verständnis für den Umbau unter Ihren Angestellten schaffen, aktivVorbehalte und Berührungsängste abbauen und mediale Kompetenz aufbauen. Selbst die sinnvollsten Investitionen verpuffen, wenn Sie nicht korrekt angewendet. werden

 

4.         Der digitale Wandel ist bereits da. Es gibt kein Szenario, in dem wir zukünftig noch mit altbekannten Denkmustern arbeiten werden. Geschäftsfelder werden sich verändern. Gardner schätzt, dass in den nächsten zehn Jahren 40 % aller im Fortune 500 Index gelistetenUnternehmen nicht mehr existieren könnten. Eine ausbleibende Investition in digitale Kultur und Infrastruktur ist gleichbedeutend mit unmittelbaren Umsatzeinbußen. Es gibt kein Entkommen. Machen Sie Ihren Frieden mit dieser Entwicklung

 

5.         Und zuletzt der wahrscheinlich ernüchternste Fakt. Digitalisierung ist nie abgeschlossen. Es ist ein iterativer Prozess.  Es ist nichtwahrscheinlich, dass Sie am oberen Ende alles mögliche reinschütten und am Ende. ein fertiges Ergebnis herauskommt…

 

Und genau hier setzen wir mit Beginn des zweiten Lockdowns Mitte Dezember 2020 an. Natürlich ist es möglich wieder in den undurchsichtigen Videokonferenzdschungel einzutauchen,

vielleicht ein bis zwei Softwaretools zuzukaufen, darauf zu hoffen, dass die Pandemie schnell vorbei geht und irgendwann endlich wieder zur alten Normalität zurückkehren… Vielleicht haben Sie Glück und es klappt. Aber wie sicher sind Sie sich?

1. Wo ist bloß der Anfang?

 

Die Digitalisierung ist erst im zweiten oder dritten Schritt ein technischer Vorgang. Eine digitale, technologiegestützte Struktur beginnt mit einem Grundgerüst bzw. einer Strategie. Am Anfang hilft es, sich über Fragen Ihren Vorstellungen zu nähern.

 

+ Wie möchten Sie in Zukunft arbeiten?

 

+ Was sind Ihre Ziele, die Sie mit der Transformation erreichen wollen?  

 

+ Wie kann ich diese mit meinen Unternehmenszielen in Einklang bringen?

 

+ Welche Ressourcen habe ich zur Verfügung und welche Ressourcen möchte ich zukünftig für den Veränderungsprozess bereitstellen?

 

+ Möchten Sie einzelne Prozesse gezielt ansteuern, oder das ganze Unternehmen digitalisieren?

 

+ Gibt es Teile Ihrer Wertschöpfungskette die bisher noch nicht optimal ausdifferenziert sind und durch eine digitale Infrastruktur besser eingesetzt werden können? (Disruption bietet immer neue Möglichkeiten)

 

Digitale Innovationen haben bereits die Hierarchien vieler Branchen komplett durcheinander gewirbelt. Neue Firmen konnten etablierte Geschäftsmodelle angreifen und sich umkämpfte Marktanteile sichern. Daher wird es für Unternehmen immer schwieriger, Strategien in solch neuen und sich veränderndenUmgebungen zu entwickeln, da traditionelle Wettbewerbsvorteile brüchig werden und die Orientierung schwerfallen kann. Es kann daher sinnvoll sein, externeDienstleister hinzuzuziehen, die Ihnen bei der Erarbeitung einer Strategiebehilflich sind.

Im selben Maße wie analoge Wege nicht mehr zeitgemäß sind, ist eine traditionelleStrategieentwicklung sehr wahrscheinlich problematisch. Klassischerweise analysieren Sie Ihr Geschäftsumfeld, definieren ein Ziel und versuchen mitMaßnahmen die Lücke zu schließen. Diese Herangehensweise erfordert einen stabilen, vorhersehbaren Markt. Sollte dies noch auf Ihre Absatzmärkte zutreffen, hinterfragen Sie wie lange dies noch der Fall sein wird. Ihre Entscheidung für eine digitale Infrastruktur hat mittel- bis langfristige Auswirkungen.

Eine Strategie konzipieren

 + Planen Sie Ihre Strategie

 Es ist sinnvoll eine Strategie für Ihre Strategie zu machen.

+ Keine langfristige Bindung

Kürzere Bewertungszyklen, sodass Sie falls eine eingeschlagene Route misslingt, flexibel sind und schnell auf Veränderungen reagieren können. Der Ansatz erfordert jedoch auch eine kleinteiligere Kostenstruktur.

 

+ Entschlossen und zielgerichtet in Nischen

Wenn Sie in Ihren Absatzmärkten eine Nische wahrnehmen und sich entschließen diese zu besetzen, kann es sinnvoll sein, Ihre gesamten Ressourcen zu konzentrieren, einzusetzen und nur fallbezogen zu handeln. Dieses Vorgehen kann massiveAusgaben nach sich ziehen, da Sie u. U. lange Zeit an die Nische gebunden sind, bis Sie Marktführerschaft erreichen. Es besteht zudem das Risiko, dass Sie nicht erfolgreich sein werden, bzw. von der Konkurrenz verdrängt werden.

 

+ In Abhängigkeit einer Marktumgebung

 

Mit der Entwicklung digitaler Technologien wird es potenziell unvorhersehbarere und formbarere Marktumgebungen geben. Zum Beispiel ist gegenwärtig kaum absehbar in welche Richtung sich die Blockchaintechnologie entwickeln wird. Alle Unternehmen die in Ihrem Umfeld Wettbewerbsvorteile entwickeln, sind eng an das gesamte Ökosystem der Blockchain gebunden. Agieren Sie in engem Zusammenhang mit einer wertschöpfenden Technologie, sind Sie in guten, wie in schlechten Zeiten verbunden. Seien Sie darauf vorbereitet.

 

+ Im Zweifel erneuern

Sollten Ihre Pläne nicht aufgehen, kann es sinnvoll sein Ressourcen einzusparen und das Geschäftsmodell zu adaptieren.

Es kann also sein, dass Sie mehrere Ansätze für Ihre jeweiligen Szenarien benötigen oder mitten im Prozess Veränderungen vornehmen müssen. Ein wichtiger Teil Ihrer Funktion besteht darin, zu erkennen, in welcher Kombination von Umgebungen sie tätig sind, die passenden Strategien zu identifizieren und verschiedene Ansätze gleichzeitig zu orchestrieren.

ZUSAMMENFASSUNG:

Der klassisch, lineare Ansatz eine Strategie zu entwickeln und diese nie wieder anzufassen, wird Ihnen keine langfristigen Wettbewerbsvorteile mehr verschaffen. Seien Sie darauf vorbereitet. Je nach Markt, Wettbewerb und. generellem Umfeld, empfiehlt es sich mehrere Ansätze zu kombinieren. So bleiben Sie flexibel um erfolgreich auf alle Anforderungen reagieren zu können.

2. Sie entwickeln Ihre digitale Strategie

Nachdem Sie Ihr Unternehmen analysiert haben, beginnen Sie mit der Entwicklung Ihrer Strategie. Strategie impliziert Ziele, Produkt, Zielgruppe und Maßnahmen die. Sie anwenden wollen. Die Strategie kennzeichnet den kurz-, mittel- und langfristigen Fahrplan, je nach gewählter Route. Sie ist mit messbaren Kennzahlen und Zielen hinterlegt, beinhaltet nachvollziehbare Hierarchien undVerantwortungen und ist so aufgestellt, dass Sie bei Bedarf den Gegebenheiten angepasst werden kann.

Eine digitale Infrastruktur beinhaltet weit mehr als nur die Umstellung Ihrer Ablage von Papier auf eine Softwarelösung, oder mehrere Programme einzukaufen. Die Digitalisierung erfüllt einen unmittelbaren Zweck, nicht weil sie modisch ist (wie jetzt gerade durch Corona), sondern weil sie Ihr Unternehmen effizienter, fortschrittlicher, schlanker und robuster für zukünftige Herausforderungen macht. Zusätzlich zu den betrieblichen Vorteilen, verbessert eine digitaleStrategie erheblich die gesamte User Experience und sorgt so für eine zeitgemäße Marktpositionierung Ihres Unternehmens.

Im Allgemeinen sinkt die Toleranz gegenüber Produktfehlern oder suboptimalem Kundenservice, angesichts technisch, optimierten Wettbewerbern immer weiter. Es ist also wichtig einen hollistischen Ansatz für Ihren Digitalisierungsprozess zu verfolgen. Beschränken Sie sich nicht nur auf die Automatisierung bestehender Prozesse. Hinterfragen Sie auch wie Ihr Produkt einen Wert für den Nutzer liefern kann.  

3. Wie wird die Strategie umgesetzt?

3.1 Die Organisationsstruktur

Um digital erfolgreich zu arbeiten, ist ein massiver Wandel in der Denk- undArbeitsweise Ihrer Organisation erforderlich. Das beinhaltet nebenorganisatorischen Fähigkeiten eine große Anzahl an individuellen Kompetenzen.Die beiden Hauptsäulen in Ihrer neuen digitalen Struktur bilden also der neueAufbau (verschmolzen oder kombiniert mit Ihrer bestehenden Struktur) und IhreMitarbeiter. Fangen wir mit der Struktur an.

 Wir nennen Ihnen drei exemplarische Ansätze wie Sie die neuen digitalen Einheiten in Ihre bestehende Organisation integrieren können:

 

1.         Die neuen digitalen Elemente werden in jeder bestehenden Geschäftseinheiten integriert. Sie erhalten eigenständige Strategiepläne mit ausschließlich, digitalen Zielsetzungen

 

2.         Es wird eine digitale Abteilung geschaffen. Unter der Leitung eines Chief Transformation Officers (CTO) werden Prioritäten definiert, Ressourcen zugewiesen und die Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen koordiniert

 

3.         Die digitalen Aktivitäten laufen parallel zu den anderen Geschäftsbereichen, wobei der CEO die Orchestrierung und Verteilung der benötigten Ressourcen zwischen dem traditionellen Geschäft und den neuen digitalen Einheiten beaufsichtigt

 

Keine der drei Möglichkeiten verändert veraltete Prozesse vollständig, die Ihre Organisation potenziell lähmen könnten. Der Begriff “agil” ist eng verwoben mit digitaler Unternehmenskultur. Eine agile Unternehmenskultur setzt auf kleine, autonome Teams. Die unterschiedlichen Gruppen arbeiten selbstständig an einzelnen Funktionen oder Aufgabestellungen. Auf diese Weise können Mitarbeiter weitestgehend selbstbestimmt arbeiten. Der Ansatz steht in starkem Kontrast zum hierarchischen Top/Downdenken. Die gewährte Freiheit erlaubt viel schnellere Entscheidungen, die jedoch im Einklang mit den Unternehmenszielen stehen.Begleitet wird eine agile Kultur von kleinteiligen Prozessen, die sicherstellen, dass die ursprünglich festgelegten Zielsetzungen kontinuierlich infrage gestellt werden. Eine agile Haltung lässt sich allerdings genauso wenig, wie eine digitale Infrastruktur über Nacht verordnen. Sollten Sie beider Konzeption oder Umsetzung einer Remote-Kultur auf Probleme stoßen, kann es sinnvoll sein, auf einen Dienstleister zu vertrauen. So können Sie sich auf dasTagesgeschäft konzentrieren.

 

Ganz oder teilweise?

Abhängig von den Bedürfnissen Ihres Unternehmens, den zur Verfügung stehenden Ressourcen und Ihrem Zeithorizont gibt es zwei unterschiedliche Ansätze mit denen Sie Ihre Strategie implementieren können. Vereinfacht gesagt. Ganzheitlich oder nur teilweise.

 

1.         Sie entschließen sich Ihr gesamtesUnternehmen zu transformieren und unterziehen jede Abteilung dem Wandel.  

 

2.         Sie starten mit einigen Teilbereichen Ihres Unternehmens. Hier liegt ein Vorteil von KMU’s. Sie können schnellerVeränderungen vornehmen. Bietet in einem Unternehmenszweig eine digitalisierteVariante keinen Mehrwert, dann lassen Sie diesen Bereich außen vor. Tasten Sie sich sukzessiv mit einem Leuchtturmprojekt voran und skalieren Sie Ihre Maßnahmen bei Erfolg. WICHTIG. Dies muss trotzdem innerhalb der definierten Strategie geschehen. Verwenden Sie nur Maßnahmen und Tools die zur Ihren Zielen passen. Ungeeignete Akquisitionen können u. U. mehr schaden als nützen, wennSie bspw. zum einen Geld für Software ausgeben, die nicht zu Ihrem Unternehmen passt und anschließend abermals Zeit investieren müssen, um geeignete Produkte zu finden.

3.2 Mitarbeiterentwicklung

Wandel beginnt mit den Führungskräften. Sie sind der Katalysator des Wandels.

Jeder Mitarbeiter muss die neue Arbeitsweise annehmen, die an die Bedürfnisse des digitalen Zeitalters angepasst sind. Nur wenn die gesamte Belegschaft geschlossen hinter den verabschiedeten Maßnahmen steht, kann die neue Kultur Erfolg haben. Umso wichtiger ist es, dass die Unternehmensführung, die neue Kultur komplett unterstützt und im Alltag lebt.

 

Jeder Mitarbeiter wird einen unterschiedlichen Erfahrungsschatz, Wissen und Fähigkeiten im Umgang mit digitaler Arbeitsweise mitbringen. Beginnen Sie frühzeitig Ihre Mitarbeiter auf die neue Arbeitsumgebung vorzubereiten, für Akzeptanz zu werben und erforderliche Kompetenzen, in Form von Fortbildungen, Programmschulungen etc… zur Verfügung zu stellen. Altbewährte Kompetenzprofile haben sehr wahrscheinlich nicht mehr den selben Stellenwert. Dies ist traditionell ein schwieriger Punkt. Mitarbeiter fühlen sich schnell angegriffen und abgewertet, wenn Ihre Qualifikationen, die jahrelang “gut genug” waren, abgewertet werden. Es gilt daher wertschätzend und transparent zu kommunizieren. Verdeutlichen Sie Ihre Beweggründe die Sie zu den Umstellungen veranlasst haben. Betonen Sie wie wichtig die neuen Kompetenzen für eine erfolgreiche Anwendung der digitalen Strategie sind. Zu diesen neuen Anforderungen gehören:

 

•         IT/Medienkompetenz

•          Digitale Kommunikationsfähigkeit

•          Koordinationsfähigkeit

•          Eigenverantwortung und Eigeninitiative

•          Teamübergreifend zu agieren

•          Veränderungsbereitschaft

•          Lernfähigkeit

•          Strategisches Denken

•          Kulturell adaptionsfähig zu sein

 

Sofern. diese noch nicht mit digitalen Arbeitsprozessen in Berührung gekommen sind, beginnen Sie am besten sofort mit der Mitarbeiterentwicklung.

4. Daten und Technologie

Nutzung der digitalen Möglichkeiten: Der Erfolg eines Unternehmens bzw. seines digitalen Transformationsprozesses wird in höchstem Maße davon abhängen inwiefern das Unternehmen es schafft, relevante Daten zu generieren. Dieses gelingt nur durch die Nutzung der richtigen Technologie.

Welche Fähigkeiten braucht Ihr Unternehmen, um diese Anwendungsfälle zu implementieren? Dabei geht es um Technologielösungen, Datenerfassung, erforderliche Fähigkeiten und die Verknüpfung mit Ihren bestehenden Geschäftsprozessen. Lassen Sie sich bei der Suche nach Technologielösungen nicht von Trends auf dem Markt verwirren. Sie sollten Technologielösungen nicht unter dem Gesichtspunkt der Neuheit betrachten, da diese mit einzigartigen Risiken einhergehen. Wichtig ist die Abwägung zwischen den benötigten Funktionalitäten, den Kosten, die Sie bereit sind zu zahlen und der Fit für Ihr Unternehmen.

Datennutzung - wie wird die Vision in greifbare Anwendungsfälle umgesetzt? Um die richtigen Bedingungen für die Datennutzung zu schaffen, ist es notwendig, eine datengetriebene Kultur zu fördern. Unternehmen sollten nicht aus Intuition oder Bauchgefühl in die Datennutzung einsteigen, sondern sich genau überlegen, wie sie ihre Daten zur Verbesserung des Kundenerlebnisses nutzen können. Außerdem sollten Unternehmen, die Kundendaten sammeln und nutzen wollen, sich vor Missbrauch schützen, unabhängig davon, welche Generation oder welche Personengruppe sie ansprechen. Der Aufbau von Vertrauen bei den Nutzern wird im digitalen Zeitalter der Schlüssel zu langfristigem Geschäftserfolg sein.

 

Die Vorteile von digitalen Strategien sind zahlreich:

 + Sie minimieren das Risiko Fehler zu begehen. Durch kürzere Wege, schnellere technologiegestützte Feedbackschleifen (Mitarbeitergespräche, Umfragen, Puls-Feedback) und agilere Projekteinheiten können schneller eingreifen, falls sich eine Fehlentwicklung abzeichnet.

 

+ Sie haben einen direkteren Ein- bzw. Überblick über den Wert, den jedes Team erzeugt.

 

+ Höhere Anpassungsfähigkeit – Digitale Prozesse halten die Organisation anpassungsfähig und flexibel für den Fall, dass eine unvorhergesehene Störung oder eine neue Gelegenheit auftaucht.

 

+ Operative Effektivität – Ihr Unternehmen kann zielgerichteter und schneller auf sich ändernde Kundenbedürfnisse eingehen.  

 

+ Ihr Unternehmen gewinnt an Effektivität durch den Abbau von langwierigen, unnötig bürokratischen Prozessen.

 

+ Sie steigern durch partizipative, digitale Werkzeuge das Engagement Ihrer Mitarbeiter.

 

+ Digitale Infrastruktur steigert die Attraktivität Ihres Unternehmens für junge Arbeitnehmer

 

+ Sie gewinnen die Möglichkeit, ortsunabhängiger nach Talenten zu suchen

 

Konklusion:

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