Software-as-a-Service (SaaS)

Published 
28
.
02
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2021
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Software as a Service (SaaS) ist ein Cloud-Computing-Angebot, das Anwendern den Zugriff auf die cloudbasierte Software eines Anbieters ermöglicht. Was sind die Hauptvorteile der Verwendung von SaaS?

Software-as-a-Service (SaaS)

Intro. Was bedeutet SaaS?

Cloud Computing ermöglicht es Unternehmen, Computing-Ressourcen als Dienstprogramm zu verbrauchen - so wie sie es mit Strom oder Wasser tun. Jüngste Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass dies für viele Unternehmen eine bessere Option ist als der Aufbau und Be-trieb einer eigenen Computing-Infrastruktur.

SaaS bietet eine faszinierende Alternative zur Standard-Software-Installation in der Geschäftsumgebung bei der Sie den Server aufbauen, die Anwendung bauen lassen installieren und konfigurieren müssen. Stattdessen befinden sich die Anwendungen in einem entfernten Cloud-Netzwerk, auf das über das Web oder eine API zugegriffen wird, und es funktioniert wie eine Miete. Sie und Ihr Unternehmen haben die Berechtigung, die Software für einen bestimmten Zeitraum zu nutzen und zahlen für die Software, die Sie verwenden. Üblich ist eine Summe X pro Mitarbeiter zu veranschlagen. Viele Unternehmen arbeiten dabei mit Angebotspaketen, die die kalkulatorische Orientierung stark vereinfacht, zumal bei SaaS-Modellen, abgesehen von eventuellen Individualisierungen, keine versteckten Kosten lauern.

Der Ursprung

Durch die flächendeckende Verbreitung des Internets in den 1990 Jahren, konnten erstmals Geschäftsanwendungen zentralisiert auf Servern gehostet werden. Zuvor existierten ausschließlich “On-premise”-Anwendungen, also lokal, auf jedem einzelnen Computer installierte, für jedes Unternehmen maßgeschneiderte (und damit kostenintensive) Software. Durch die immer schnelleren Bandbreiten in Kombination mit der technischen Entwicklung der Cloudtechnologie entstand der Nährboden für das Software-as-a-Service-Modell. Cloud Computing ermöglicht es Unternehmen, Rechenressourcen zu virtualisieren, in dem der Standort der Software in die Cloud ausgelagert wird. Ein komplett anderes Kosten-Nutzen-Verhältnis wurde so möglich. Eine langwierige Entwicklungszeit, iterative und damit kostenintensive Entwicklungs- und Wartungsprozesse entfallen. Der Geschäftskunde erhält sofort Zugriff auf die Software und muss ausschließlich mit dem Softwareanbieter in Interaktion treten, da alle anderen Prozesse wie die Datensicherheit, Software-Updates oder die Server-struktur von ihnen verwaltet werden.

Unternehmen, die SaaS in Anspruch nehmen, wurden zunächst von den günstigen wirtschaftlichen Aspekten angezogen, einschließlich der geringeren Kosten für Implementierung, Hosting und Kommunikation. SaaS-Lösungen sind in der Lage, mehrere Geräte und Standorte zu unterstützen. Sie bringen eine zuvor nicht existierende Mobilität und Flexibilität in die Arbeitswelt. Die gilt sowohl für die Software an sich, die innerhalb kurzer Zeit einsatzbereit ist, als auch finanziell, da SaaS- Software sehr schnell gekauft werden kann, sich anpasst, bspw. in Wachstumsphasen einfach an-passbar ist,  als auch in der ortsunabhängigen Anwendung, was während der Corona-Epidemie, zu einem großen Wettbewerbsvorteil anvancierte.  

Gartner schätzt, dass SaaS-Software 2020, beeinflusst durch den coronabedingten Digitalisierungsschub, einen Umsatz von ca. 100 Milliarden Euro erzielen wird.

Prognosen für 2022 gehen von 140 Milliarden Umsatz für SaaS-Software und mehr aus.

Faktoren die die SaaS-Verbreitung beschleunigt haben

1. Die zunehmende Nutzung von mobilen Geräten

Der Wunsch der Menschen, sich von überall aus verbinden zu können, nicht nur vom Büro aus. Webbasierte Lösungen und Apps erfüllen dieses Bedürfnis am effizientesten.

2. Zunehmender Breitbandzugang

Mit einer hohen Standart Internetverbindung wurde es erst möglich SaaS.-Anwendungen flächendeckend zu verwenden. Es wurde für die Benutzer auch einfacher, sich an verschiedenen Orten, unabhängig vom Büro, anzumelden. Das Home Office und die Remote Arbeit hätten ansonsten keine Chance gehabt.

3. Standardisierung von digitalen Technologien

Gemeinsame Protokolle ermöglichen die teamübergreifende Nutzung von Dokumenten, Integration und Skalierung von Cloud-basierten Programmen und Diensten - und sorgen für ein besseres Benutzererlebnis in einer Umgebung mit mehreren Geräten.

4. Wachsende Beliebtheit und Nutzung von webähnlichen Oberflächen

Immer mehr Anwender arbeiten gerne mit benutzerfreundlichen Apps. Dank der Vertrautheit, Benutzerfreundlichkeit und Einfachheit von webähnlichen Umgebungen, ist die Arbeit mit Technologie wesentlich verbessert worden.

Was sind die wichtigsten Vorteile von SaaS?

Einfacher Zugang

Die Entscheidung für neue Software fällt vielen Unternehmen nicht leicht. Zu groß sind die Implikationen. Geringere Zeit bis die neue Software sich rentiert. SaaS-Software ist bereits installiert und konfiguriert. In Stunden bzw. Tagen (je nach Anbieter) sind Sie startbereit. Dies reduziert den Zeitaufwand für die Installation und Konfiguration deutlich.

Niedrige Kosten

SaaS-Anwendungen helfen Ihnen erhebliche Kosten einzusparen. Es gibt kaum Anschaffungskosten. Sie haben sofort Zugriff wodurch monatelange Entwicklungszeiträume, auf Tage reduziert werden. Sie können die Software sofort einsetzen und verlieren kein Geld durch Anpassungsschwierigkeiten, da die Software auf das Verhalten von vielen Kunden optimiert ist, eine große Bandbreite an Bedürfnissen abdeckt und dadurch die Sicherheit aller erhöht (Multi-Tenant-Architektur)

Die meisten SaaS-Anbieter verwenden transparente Bezahlmodelle, die Ihnen schnellen Überblick über die Kosten geben. Sie bezahlen in der Regel nur für Ihre tatsächliche Unternehmensgröße.

Auch die Wartungskosten entfallen, da die Pflege des Produkts auf Anbieterseite liegt. Die abonnementbasierte Methode (Mieten statt kaufen) minimiert Einstiegshürden und das extreme finanzielle Risiko, eine teure Software anzuschaffen.

Zugang zu hochwertiger Software

Die geringen Anschaffungskosten und die vergleichsweise niedrigen Lizenzkosten erlauben es auch Unternehmen mit kleinen IT-Abteilungen, qualitativ hochwertige, Software ohne großen Aufwand einzusetzen.

Plattformübergreifend

Auf SaaS-Lösungen kann über einen Webbrowser auf fast jedem Gerät zugegriffen werden, was zu einer großen, plattformübergreifenden Kompatibilität führt. Dadurch können Benutzer ortsunabhängig auf Informationen zugreifen, auch über ihre mobilen Geräte, was die Produktivität und Effizienz steigert und die Arbeit, bspw. während der gegenwärtigen Corona-Epidemie, maßgeblich erleichtert.

Finanzielle Flexibilität / Planbarkeit

Unternehmen können ein SaaS-Angebot abonnieren und nach Bedarf bezahlen. In den meisten Fällen können sie sich die Funktionen selbst aussuchen und zahlen nur für die benötigten Funktionen. (Pay-as-you-go) Anwender können einfach und schnell Speicherplatz oder weitere Dienste hinzufügen, ohne in Hardware oder Software investieren zu müssen. SaaS-Apps sind hochgradig skalierbar, so dass Unternehmen bei Wachstum und/oder Bedarf einfach auf mehr Funktionen und Dienste zugreifen können

Zeitersparnis

Man sagt "Zeit ist Geld". SaaS-Software hilft Ihnen beides zu sparen. Nachdem Erhalt Ihrer Log-In-Daten, benötigen Sie lediglich einen Internetzugang und einen Computer. Außerdem entfallen Wartungsaufgaben. Dadurch sparen Sie zusätzliche Arbeitsstunden und Ausfallzeiten, die möglicherweise für die Aktualisierung konventioneller Software erforderlich gewesen wären.

SaaS-Anwendungen haben in der Regel eine geringere Lernkurve, was eine schnellere Akzeptanz in Ihrer Belegschaft bedeutet.
Skalierbarkeit und Integration

Der Standort Ihrer Daten in der Cloud erlaubt es Ihnen jederzeit Ihren Nutzungsplan zu ändern. Änderungen an Ihrem Unternehmen können so tagesaktuell abgebildet werden.

Im Durchschnitt haben KMU’s elf unterschiedliche, digitale Anwendungen im Einsatz. SaaS-Anwendungen können über APIs (Anwendungsschnittstellen) in andere Plattformen und Systemen integriert werden. Es gibt keinen Mangel an SaaS-Anbietern, was Unternehmen dazu ermutigt, Angebote zu wählen, die eine bessere Integration mit an-deren Systemen aufweisen und ihre bestehenden IT-Investitionen “beschützen” bzw. einbetten.

Eine gute Software fügt sich daher nahtlos in Ihre bestehende Systemarchitektur ein. Achten Sie bei Tests insbesondere auf diese beiden Faktoren.

Updates und Upgrades

SaaS-Anwendungen werden fortlaufend durch den Anbieter aktualisiert. Änderungen sind für alle Kunden sofort verfügbar. Die Kosten und der Aufwand für Upgrades und neue Releases entfallen. Sie haben immer die aktuellste Version Ihrer Software zur Verfügung.

Kompatibilität

Mit der herkömmlichen Software-Installationsmethode können Updates enorme Mengen an Zeit und Geld erfordern. Noch schlimmer ist, dass Versionsunterschiede zwischen Mitgliedern Ihrer Belegschaft zu Kompatibilitätsproblemen führen können. Durch die Speicherung Ihrer Daten in der Cloud, sind die aktuellsten Versionen jederzeit erreichbar.

Benutzerfreundlichkeit

SaaS-Angebote sind einfach zu nutzen, da sie bereits mit eingebetteten “Best Practices” und Mustern geliefert werden. Benutzer können Proof-of-Concepts durchführen und die Softwarefunktionalität oder ein neues Release-Feature im Voraus testen. Außerdem können Sie mehr als eine Instanz mit verschiedenen Versionen haben und eine reibungslose Migration durchführen. Selbst für große Umgebungen können Sie SaaS-Angebote nutzen, um die Software vor dem Kauf zu testen.

Akzeptanz

Eine gute User-Experience ist elementar, damit Sie und Ihre Mitarbeiter effizient mit der Software, in der täglichen Arbeit umgehen können. Achten Sie bei der Auswahl, auf gute Menüstrukturen, Benutzeroberflächen und ansprechende Auswertungstools, wie Diagramme oder Charts. Nichts ist frustrierender, als wenn Ihnen kurz vor Abschluss der aktuellen Jahresgesprächsedition, ein schlecht designtes Produkt die Arbeit erschwert. Je besser die Software, desto höher wird die Akzeptanz Ihrer Mitarbeiter ausfallen.

Ortsunabhängig
Disaster recovery
Service

Ein guter Kundenservice ist essentiell. Umso mehr trifft dies auf SaaS-Anbieter und das zugrundeliegende Geschäftsmodell zu. Durch die Tatsache, dass Sie Ihre Daten an den Anbieter aushändigen und das Produkt nicht besitzen, sondern mieten, entsteht zwangsläufig eine beidseitige Abhängigkeit. Eine gute Beziehung zwischen Kunden und Anbieter entsteht bereits früh, da insbesondere am Anfang eine Menge Fragen zur Abstimmung gestellt werden. Sollten Sie allerdings merken, dass Sie nicht ausreichend unterstützt werden, sprechen Sie dies frühzeitig an. Eventuell war es auch nicht die beste Entscheidung. Dann empfiehlt es sich, diese nach Möglichkeit zu revidieren.

Individualisierung

Unternehmen können sich auch für White-Label-SaaS-Lösungen entscheiden und diese an ihre eigenen oder die individuellen Anforderungen ihrer Kunden anpassen.

Exit / Wechsel

Ein guter SaaS-Anbieter macht es Ihnen einfach, den SaaS-Anbieter zu wechseln. Das bedeutet, dass Unternehmen zu einem Anbieter wechseln können, der bessere Services bietet und ihre Anforderungen erfüllt. Ein Unternehmen kann ein SaaS-Abonnement jederzeit (entsprechend der Vertragsmodalitäten) kündigen, wenn es mit dem Anbieter nicht zufrieden ist oder die Dienste nicht mehr benötigt. Es gibt mittlerweile ein breites Angebot an Anbietern. Es ist hilfreich, einen Überblick über den Markt zu haben.

Die Risiken

Kontrolle und Vertrauen

Das Offensichtliche zu erst: Sie geben Kontrolle an einen Drittanbieter ab. Es ist essentiell auf die Eignung des Anbieters und die Qualität seines Produkts zu achten, ansonsten kann es im schlimmsten Fall zu Serviceunterbrechungen oder Sicherheitsverletzungen kommen. Sie können bspw. keinen Einfluss auf die Wahl des Hostingpartners und dessen Standort ausüben, abgesehen von einem Wechsel des Anbieters… Wenn Ihnen technische Parameter wie die Art des Deployments Ihrer Daten wichtig sind, besprechen Sie diese Fragen unbedingt vorab.

Datenschutz

Das Thema Datenschutz ist von enormer Wichtigkeit und dockt direkt an den ersten Punkt an. Der Dienstleister kann Ihre Daten theoretisch einsehen. Dies wäre allerdings hochgradig geschäftsschädigend und ist damit nahezu ausgeschlossen. Seriöse Anbieter arbeiten conform zur DSVGO und sind per Audit zertifiziert.

Serviceunterbrechung und Sicherheitslücken

Obwohl SaaS-Anbieter ihr Bestes geben, um einen hohen Standart zu gewährleisten, kann es vorkommen, dass Anwendungen nicht verfügbar sind. Die Betriebszeitversprechen variieren von Anbieter zu Anbieter. Gute SaaS-Firmen bieten regelmäßig Sicherheits-Patches, neue Funktionen und andere Updates zur System-stabilisierung an.

Das bedeutet, dass sich Unternehmen auf die Anbieter verlassen müssen, um eine kontinuierliche Betriebszeit zu gewährleisten. Die Sicherheit und Integrität der Unternehmensdaten kann gefährdet sein, wenn der Service-Provider einen Sicherheitsverstoß begeht, was zu großen finanziellen Verlusten führen kann.

Standort der Server / Performanceprobleme

Es ist möglich, dass Sie als SaaS-Benutzer weit vom Standort der Rechenzentren ent-fernt arbeiten, was zu Leistungseinbußen führen kann. Unternehmen, die keine ausdifferenzierte Cloud-Strategie haben und SaaS-Anwendungen ohne angemesse-ne Beratung erwerben, gehen ein Risiko ein. Informieren Sie sich vorab, über die Serverstruktur des Anbieters.

Compliance

Unternehmen können in bestimmten Ländern, in denen strenge Vorschiften bezüglich Datenschutz gelten, mit Compliance-Problemen konfrontiert werden. Dies kann bspw. eine relevante Frage sein, wenn Sie Dependancen in anderen Ländern, oder Konti-nenten unterhalten.

Langzeitkosten

Bei einer sehr langen Benutzungsdauer können die initial hohen Kosten für eine “On-premise”-Lösung von einer Saas-Lösung egalisiert werden. Es müssen allerdings auch die konstanten Innovationen der SaaS-Anwendung bedacht werden, die Teil des Angebots sind.

Integration

Sowohl potenzieller Vor- als auch Nachteil ist die Integration in Ihre bestehende Soft-wareinfrastruktur. Ist der Anbieter nicht in der Lage, seine Software Ihren Bedürfnissen und Workflows anzupassen, sodass Sie reibungslos starten und Ihre Software mit Ih-ren anderen Anwendungen verzahnen können, entstehen Probleme, die u.U. nur sehr zeitaufwendig und kostenintensiv zu lösen sein können.

Vorteile On-Premise

Volle Kontrolle über Ihre Daten

Internetunabhängiger Zugriff auf Ihre Daten

Ihre Daten verbleiben im Unternehmen

Maßgeschneidertes Produkt

Nachteile

Hohe Entwicklungs-, Wartungs-, und Instandhaltungskosten

Eigenverantwortliche Betreuung der Software

Personalkosten

Schlechte Skalierung, da kostenintensiv

Langwierige Implementation

Vorteile SaaS

Geringe Kosten vor Inbetriebnahme

Keine Serverkosten. Updates etc… alles im Grundpreis inkludiert

Datensicherheit durch Provider

Keine extra Personalkosten

Sehr anpassbar durch hohe Skalierbarkeit

Transparentes Bezahlmodell

Höhere Kompatibilität durch Schnittstellen

Zugang zu Daten erfolgt ortsunabhängig

Benutzerfreundliches Design

Unterstützt neue Arbeitsformen wie Home Office und Remote Work

Nachteile

Teilweise geringerer Funktionsumfang, wie bspw. Individualisierungsmöglichkeiten

Daten werden an Dritte abgegeben

Insgesamt Abhängigkeit von einem Anbieter

Konklusion

Niedrigere Kosten, einfache Upgrades und bessere Skalierbarkeit sind die Haupt-gründe, warum viele Unternehmen auf Software-as-a-Service-Produkte vertrauen. Viele kleine und mittelständische Unternehmen wollen die Software jetzt "mieten", an-statt viel in langfristig bindende Hardware und hochpreisige Softwarelizenzen zu investieren.

Upgrades und Sicherheits-Patches erfolgen automatisch über den Dienstleister. Die allgemeine Bereitstellung der Software erfolgt über die Cloud während die größere Skalierbarkeit und Flexibilität bedeutet, dass sie mit ihrem Wachstum Schritt halten können. Mit dem richtigen Dienstleister an Ihrer Seite, können Unternehmen höhere und nachhaltige Umsätze erzielen, während sie wachsen, ohne sich um den Großteil der technischen Dinge und IT-Investitionen kümmern zu müssen.

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